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RybitvĂ
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RybitvĂ (deutsch Rybitew) ist eine Gemeinde im Okres Pardubice in Tschechien. Sie liegt sechs Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Pardubice.
Contents
• Geographie
• Geschichte
• Weblinks
• Einzelnachweise
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Geographie
Rybitvà befindet sich rechtsseitig der Elbe in der Pardubická kotlina (Pardubitzer Becken). Östlich und südlich des Ortes erstreckt sich ein ausgedehntes Industriegebiet mit den Produktionsanlagen des Chemieunternehmens Synthesia, a.s., Pardubice. Nordwestlich erhebt sich der Svatý Jiřà (Georgsberg, 233 m n.m.). Südwestlich von Rybitvà liegt in einem abgeworfenen Elbmäander an der Mündung des Grabens Velká strouha in die Elbe das Rückhaltebecken Lhotka. Im Norden führt die Silnice I/36 zwischen Pardubice und Lázně Bohdaneč an Rybitvà vorbei.
Nachbarorte sind Horka, Dolany und StarĂ© Ĺ˝dánice im Norden, Hrádek und Pohránov im Nordosten, SemtĂn im Osten, KrĂ©ta, Rosice und SvĂtkov im SĂĽdosten, Srnojedy und Krchleby im SĂĽden, Lány na DĹŻlku und OpoÄŤĂnek im SĂĽdwesten, ÄŚerná u BohdanÄŤe im Westen sowie DÄ›dek und LáznÄ› BohdaneÄŤ im Nordwesten.
Geschichte
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahre 1377, als Albrecht von Cimburg auf BlatnĂk die Feste BlatnĂk mit dem Städtchen BohdaneÄŤ sowie den Dörfern BystĹ™ec, Rybitwy, ÄŚerná u BohdanÄŤe und Lhotka BlatnĂkovská an den Opatowitzer Abt Jan z Orle verkaufte. Nachdem das Benediktinerkloster während der Hussitenkriege im Jahre 1421 zerstört worden war, ĂĽberschrieb König Sigismund RybitvĂ zusammen mit weiteren ehemaligen Klosterdörfern als Pfandbesitz an Diviš BoĹ™ek von MiletĂnek, der daraus die Herrschaft Kunburg bildete. 1491 erwarb Wilhelm von Pernstein die Herrschaften Kunburg und Pardubitz. Im Jahre 1494 bestand RybitvĂ aus acht Anwesen. 1560 verkaufte Jaroslav von Pernstein die Herrschaft Kunburg an König Ferdinand I. 1563 gab es in dem Dorf neun Anwesen. Weitere Namensformen waren Ribitwi (1688) und Ribitew (1720).
Im Jahre 1835 bestand das im Chrudimer Kreis gelegene Dorf Rybitew aus 19 Häusern, in denen 176 Personen lebten. Pfarrort war Roßitz (Rosice).cite-ref-3[3] Bei der Einführung des Stabilen Katasters wurden 1839 in Rybitew acht Bauern, sechs Chalupner und fünf Kötter erfasst. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Rybitew der k.k. Kameralherrschaft Pardubitz untertänig.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete RybitvĂ ab 1849 mit den Ortsteilen BlatnĂk und Lhotka u RybitvĂ eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Pardubitz. Ab 1868 gehörte die Gemeinde zum Bezirk Pardubitz. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde auch V Polsku als Ortsteil gefĂĽhrt.
Nach dem MĂĽnchner Abkommen wurde östlich von RybitvĂ als Ersatz fĂĽr das verloren gegangene Werk in Aussig die Fabrik AZO I fĂĽr Azofarbstoffe errichtet, die trotz ihrer Rekordbauzeit erst 1940 – nach der deutschen Besetzung des Landes – fertiggestellt wurde. Während des Zweiten Weltkrieges erfolgte ein weiterer Ausbau des Chemiestandortes, der sich nunmehr auf den Fluren der Gemeinden Rosice, Doubravice und RybitvĂ rechtselbisch bis nach Hrádek erstreckte. Die Unternehmen UMA RybitvĂ und Spolek pro chemickou a hutnĂ RybitvĂ wurden 1945 verstaatlicht und mit den angrenzenden Werken Explosia SemtĂn und Synthesia SemtĂn zum Staatsunternehmen VĂ˝chodoÄŤeskĂ© chemickĂ© závody n.p. (VCHZ) zusammengeschlossen.cite-ref-4[4]
1949 wurde die Gemeinde RybitvĂ dem Okres Pardubice-okolĂ zugeordnet; Rosice und Doubravice wurden nach Pardubice eingemeindet und zum Stadtteil SemtĂn zusammengeschlossen. Im Zuge der Gebietsreform von 1960 erfolgte die Aufhebung des Okres Pardubice-okolĂ, seitdem gehört RybitvĂ zum Okres Pardubice. Von 1964 bis 1990 war ÄŚerná u BohdanÄŤe eingemeindet.
Die Ende der 1950er bis Anfang der 1960er Jahre vorgenommene Erweiterung der Betriebsanlagen der VCHZ fĂĽhrte zum vollständigen Abriss und der Ăśberbauung des Ortsteils BlatnĂkovská Lhotka. An der Stelle der Ansiedlung BlatnĂk entstand eine Kläranlage des Werkes Synthesia, der abgeworfene Elbmäander westlich von BlatnĂk wurde zum RĂĽckhaltebecken Lhotka ausgebaggert; die fĂĽr 28 Mio. KÄŤ errichtete Anlage zur Separierung von Säure aus den Werksabwässern, die zuvor ĂĽber den das Industriegebiet durchflieĂźenden Graben Velká strouha in die Elbe eingeleitet wurden, nahm im Februar 1962 den Probetrieb auf. Das alte Dorf RybitvĂ wurde Ende der 1960er Jahre mit Ausnahme des kulturhistorisch bedeutsamen Veverka-Hauses abgebrochen und mit Gewerbeobjekten ĂĽberbaut. Nordöstlich und nördlich des alten Dorfes wurden mit der Stará Kolonie, Nová Kolonie und 5 domkĹŻ drei neue Wohngebiete mit Siedlungshäusern angelegt. Zwischen den drei Siedlungen entstand ein neues Ortszentrum mit Wohnblöcken, Grundschule, Kindergarten, Post und einer Heilstätte fĂĽr Langzeiterkrankungen. Der Ortsteil BlatnĂkovská Lhotka wurde am 1. März 1980 offiziell aufgehoben. Seit 1996 fĂĽhrt die Gemeinde ein Wappen und Banner.cite-ref-5[5] Die Farbfabrik Ry 14 (ehemals AZO I) wurde in den 2000er Jahren stillgelegt und am 31. Juli 2008 gesprengt.
Gemeindegliederung
Für die Gemeinde Rybitvà sind keine Ortsteile ausgewiesen. Rybitvà besteht aus den Ortslagen 5 domků, Nová Kolonie, Stará Obec und Stará Kolonie.
Auf dem Gemeindegebiet liegen die WĂĽstungen BlatnĂkovská Lhotka (Lhota Blatnikau) und BlatnĂk (Blatnik).
Persönlichkeiten
Der Bauer František Veverka (1796–1849) und sein Cousin, der Schmied Václav Veverka (1799–1848), konstruierten zwischen 1824 und 1827 die ersten steilwendenden Sturzpflüge (Ruchadlo), deren Streichblech über eine zylindrische, schräggestellten Form verfügt, welche den gepflügten Erdstreifen um seine Querachse biegt und so bricht und krümelt.cite-ref-6[6]
SehenswĂĽrdigkeiten
• Geburtshaus von Václav Veverka in Stará Obec, das einzige erhaltene Haus des alten Dorfes ist als Kulturdenkmal geschützt. Es beherbergt eine Ausstellung zur Geschichte der Landtechnik.
• hoher Sandsteinobelisk am Haus von Václav Veverka in Stará Obec
• Denkmal für die Cousins Veverka, geschmiedeter Pflug auf einem Steinblock
• Denkmal fĂĽr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, es stammt aus BlatnĂkovská Lhotka und steht nun in Nová Kolonie
Weblinks
Commons
: RybitvĂ
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Geschichte von RybitvĂ
Einzelnachweise
cite-note-11. http://www.uir.cz/obec/575593/Rybitvi
cite-note-22. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)
cite-note-33. ↑ Johann Gottfried Sommer, Franz Xaver Maximilian Zippe: Das Königreich Böhmen. Statistisch-topographisch dargestellt, Bd. 5 Chrudimer Kreis, Prag 1837, S. 71.
cite-note-44. ↑ Geschichte der VCHZ auf parpedie.cz
cite-note-55. ↑ http://rybitvi.cz/obecni-znak-a-prapor/
cite-note-66. ↑ http://rybitvi.cz/bratranci-veverkove-a-jejich-vynalez-ruchadla/